Russland-Austausch

Schüleraustausch zwischen dem SMG Ingelheim und dem Gymnasium Nr.4, Wolgograd /Russland

Aktuell: Die Begegnung im September 2019 in Russland

Die kommende Begegnung findet vom Freitag 13. bis Sonntag, 22.September 2019 in Wolgograd statt. Alle Schüler, die 2018 einen Gast aufgenommen hatten, haben automatisch die Möglichkeit, 2019 das gleiche Kind in seiner Familie zu besuchen (in Ausnahmefällen kann eine andere Gastfamilie besucht werden). Da drei der Gastgeber von 2018 nicht teilnehmen wollen, sind nun ein Platz für einen Jungen und zwei Plätze für Mädchen (13 bis 16 Jahre) frei, die mit unserer Gruppe nach Wolgograd reisen können. Die Familien sollten bereit sein, im Folgejahr einen russischen Gast in der Familie aufzunehmen oder einen Ersatz-Gastgeber zu nennen. Schüler mit Russisch-Kenntnissen werden hier bevorzugt, dies ist aber keine Bedingung, da alle teilnehmenden russischen Schüler Deutsch lernen. Melden Sie sich per Mail bei buchner-naujoks@smg-ingelheim.de , um Anmeldeunterlagen anzufordern oder einen persönlichen Gesprächstermin zu vereinbaren.

Die Kosten für den Flug (Aeroflot) mit Umstieg in Moskau betragen 523 Euro. Da wir jedes Jahr Fördergelder bekommen, werden diese auf die Teilnehmer umgelegt, dadurch kann der Flugpreis wahrscheinlich ermäßigt werden (ca. 40-50 Euro, die Kostenzusagen mit genauer Höhe erfolgen aber erst kurz vor der Fahrt). Die Kosten für das Visum (ca. 30 Euro/ Schüler, sofern sie keinen russischen Pass haben) werden meist vom Förderverein oder durch Spenden finanziert. Für die Unterbringung in der Gastfamilie und das Programm zahlen die russischen Gastgeber) - sodass nur noch ein Taschengeld eingeplant werden muss. Da der Rubelkurs in den letzten Jahren stark gefallen ist, bekommen Deutsche viele Rubel für ihre Euro (zurzeit 1 Euro=80 Rubel), sodass nicht viel Taschengeld nötig ist.

Alle Teilnehmer brauchen einen aktuellen Reisepass, der mindestens bis Frühjahr 2020 gültig ist. Bitte beantragen Sie diesen jetzt schon! In der Projektwoche wird die Reise mithilfe eines (von ehemalig teilnehmenden Schülern) selbst gestalteten Austausch-Reiseführers vorbereitet, auch einige notwendige Russisch-Kenntnisse werden dann vermittelt. Wir freuen uns schon auf die abenteuerliche Reise nach Wolgograd!

Da dort im ehemaligen Stalingrad (so hieß die Stadt früher) eine bedeutende, den Kriegsverlauf entscheidende Schlacht zwischen Russen und der deutschen Armee stattfand, werden wir auch vieles über die Geschichte des Zweiten Weltkrieges lernen, aber auch über die Geschichte der Wolgadeutschen, die vor ca. 250 Jahren aus Deutschland vor der Armut an die Wolga auswanderten, nachdem Katharina die Große sie angelockt hatte. Natürlich wird auch Spaß und Spiel auf dem Programm stehen, z.B. im Freizeitpark "Belyi weter" mit Hochseilgarten, Kletterturm, Bungeejumping von hohen Bäumen und vieles mehr....

Die Geschichte des Austausches und die bisherigen Begegnungen

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Nr.4 Wolgograd zeigen stolz ihre Deutsch-Lehrbücher und wollen deutsche Schüler kennenlernen.

Das SMG hat seit 2014 einen Schüleraustausch mit dem Gymnasium Nr.4 in Wolgograd, eine Millionenstadt in Südrussland, unter älteren Menschen auch bekannt unter dem früheren Namen "Stalingrad". Zuvor hatte die im 16. Jahrhundert entstandene Stadt auch den Namen "Zaryzin".
Die erste Begegnung fand mit 15 deutschen und 14 russischen Jugendlichen der 7. bis 10. Klassen im Oktober 2014 in Ingelheim statt.
Der Gegenbesuch in Wolgograd war im September/Oktober 2015. Das war genau 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, deshalb wurde der Austausch unter das Motto "Das deutsch-russische Verhältnis 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs" gestellt. Dazu arbeiteten die teilnehmenden Schüler an einem "Austausch-Reiseführer" mit Informationen, Reisetagebuch, Fotos und ihren persönlichen Erfahrungen, der anschließend gedruckt wurde. 2017 hat die deutsche Gruppe diesen zur Vorbereitung ihrer Reise nach Wolgograd genutzt.


Die dritte Begegnung fand wiederum in Ingelheim statt, von 23.9. bis 3.10.2016. Dazu hat das SMG 16 Schülerinnen und Schüler aus Wolgograd mit zwei Lehrerinnen eingeladen. Unser Projekttitel lautete: "Deutschland verstehen durch Auseinandersetzung mit Geschichte". Der Anlass dazu war das 200-jährige Jubiläum unserer Kulturregion Rheinhessen. Folglich haben sich die Austausch-Teilnehmer mit Ereignissen und Persönlichkeiten auseinandergesetzt, die in unserer Region gewirkt haben, so z.B. Sebastian Münster, Karl der Große (Ingelheim), Johannes Gutenberg (Mainz), Martin Luther (Worms).

Die vierte Begegnung war im September 2017, wie immer 10 Tage. Wir wurden von unserem Direktor Herrn Schacht begleitet, der 2015 bei der ersten Russland-Fahrt verhindert war, aber als Geschichtslehrer sehr neugierig auf das ehemalige Stalingrad und stolz auf das "Abenteuer Russland" war. So hat er ein Foto-Tagebuch erstellt, das die Daheingebliebenen in Deutschland aktuell mit Fotos und Informationen versorgte. Wir haben z.B. den "Weltfriedenstag" der UNO kennengelernt, der in Wolgograd feierlich-streng begangen wurde, den aber zuhause kaum jemand kennt....Weil Besuch aus Deutschland so etwas Ungewöhnliches ist, hat ein großer russischer TV-Sender, Kanal 1, unseren Besuch mit einem Beitrag in den Regionalnachrichten gewürdigt.

Von 19. bis 29.Oktober haben uns dann die Wolgograder Schüler am SMG besucht. Ein Novum war, dass wir neben vielen Ausflügen zusammen in der Lehrküche gekocht haben: Die russischen Gäste durften sich deutsche Spezialitäten wünschen, die alle zuammen dann zubereitet haben: Frankfurter Würstchen, Wiener Schnitzel, Spätzle und vieles mehr.

Bei allen Begegnungen verfolgt das SMG einen partizipativen Ansatz, d.h. die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler organisieren die Austausch-Aktivitäten selbst - dabei werden die Wünsche der Gäste, die Möglichkeiten und Wünsche der Gastgeber abgesprochen und so gut wie möglich in Einklang gebracht. In der Projektwoche werden die Begegnungen besprochen und vorbereitet, z.B. den Ablauf der Exkursionen, die Freizeitaktivitäten und der Empfangsabend.
Übrigens sind Russischkenntnisse dafür erwünscht, aber keine Voraussetzung, denn die russischen Schüler lernen seit der dritten oder fünften Klasse Deutsch. In der Regel nehmen auf deutscher Seite häufig zweisprachige Schüler teil, die innerhalb der Jugendlichen sprachlich vermitteln. Das offizielle Programm dagegen wird von den organisierenden Lehrerinnen übersetzt, sie bieten auch eine "Übersetzungs-Hotline" für Notfälle an. Erfahrungsgemäß ist jedoch die Verständigung selten ein Problem.

Für Schüler, die keine Möglichkeit haben, Russisch als Wahlfach (ab Klasse 9) zu lernen, wird eine Russisch-AG angeboten, wo die russischen Buchstaben und einige grundlegende Ausdrücke erlernt werden.

Der Austausch wird von der Russischlehrerin Bettina Buchner-Naujoks geleitet und von der Geschichtslehrerin Kerstin Kersandt unterstützt.

Text : Bettina Buchner-Naujoks, Januar 2019

Foto: Gymnasium Nr.4 , Wolgograd