Abschiebung einer Schülerin des SMG

Gemeinsame Stellungnahme der Kaiserpfalz-Realschule Ingelheim und des   Sebastian-Münster-Gymnasiums zur Abschiebung der Familie einer Schülerin bzw. Schüler in den Kosovo

Mit großem Bedauern mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass die Familie von Schülern unserer Schulen in den letzten Tagen in ihr Herkunftsland abgeschoben wurden. Da die Familie schon über 4 Jahre in Ingelheim ansässig war, hatte niemand auch nur einen Augenblick daran gedacht, dass so etwas noch geschehen könne. Zumal das Mädchen am SMG und ihr Bruder in der Nachbarbarschule durch die Schulgemeinschaft gut aufgenommen worden waren und sich sehr gut in eingelebt hatten. Auch wenn die rechtliche Situation das so vorschreibt und die Schulgemeinschaft auf solche Fälle nicht vorbereitet werden kann, ist es sehr schwer, mit einer solchen Botschaft umzugehen. Wenn Integration ein Gesicht und einen Namen bekommen hat, wird sie zur Herzenssache. Wir wünschen uns, dass die bestehenden Möglichkeiten ausgeschöpft werden und die Familie vielleicht wieder zu uns zurückkehren kann. Auf jeden Fall werden die Mitschülerinnen und Mitschüler den Kontakt halten und jedwede Unterstützung anbieten. Ein Treffen zwischen den Schulen und Kreisverwaltung findet statt. 
Auch die 14-jährige Tochter war sehr gut in ihrer Klasse und der Schule integriert und eine glänzende Schülerin, der Vater ging einer sozialversicherungs¬pflichtigen Tätigkeit nach. Vor diesem Hintergrund bedauern wir diese Abschiebung nicht nur aus humanitären Gründen, sondern können nur an die hohe Politik appellieren: wenn wir in Deutschland Zuwanderung aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen brauchen, muss endlich ein Einwanderungsgesetz geschaffen werden, das verhindert, dass weiter Jugendliche abgeschoben werden, denen unser Land eine hoffnungsvolle Zukunft zu beiderseitigem Nutzen bieten kann.

Dieter Schacht (SMG), Harald Weise (Kaiserpfalz-Realschule)

Wer möchte kann eine Online-Petition unterschreiben:

 

       http://chng.it/yB95bp2x