Sebastian Münster

Namenspatron des Ingelheimer Gymnasiums


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Seine Werke

 

Die Geschichtswissenschaft hat Leben und Wirken Sebastian Münsters weitgehend erforscht. Er gilt als Universalgelehrter, der im 16. Jahrhundert als Philologe, Geograph, Theologe, Historiker, Astronom, Mathematiker, Verfasser von Kalendern und Konstrukteur von Sonnenuhren geforscht und gewirkt hat. Sein hauptamtliches Berufsfeld war die Hebraistik, die er aus dem Schatten der Theologie befreite. Sein hauptsächliches Interesse indes galt der Kosmographie. Vielseitigkeit, Aufgeschlossenheit und wissenschaftlicher Fleiß charakterisierten seine Arbeitshaltung. Seine Einstellung zeigte eine für das 16. Jahrhundert ungewöhnliche Offenheit gegenüber der jüdischen Kultur und Wissenschaft, obwohl er, wie Martin Luther und besonders Erasmus von Rotterdam, in der traditionellen und weit verbreiteten Judenfeindlichkeit befangen blieb. Doch aus vielen Bekundungen sprechen seine Friedensliebe, seine Gläubigkeit und »Ansätze zu Toleranz und Humanität«

(Burmeister 1988).

Gegen die Erfindung neuer Kanonen schrieb er ungewöhnlich scharf: »Der Bösewicht der solch schädlich ding auff Erdtrich gebracht/ist fit würdig daß sein Nam auff Erdtrich in gedechtnuß d‘Menschen bleibe/oder ein Lob von seinem Kunstwerk bringe. Er were wol würdig gewesen/daß man ihn in ein Büchsen gestossen hette/un an einen Thurn geschossen« (Cosmographia 1628). Erasmus von Rotterdam dagegen fragte grundsätzlich: »Kann man ein Christ sein, ohne zugleich als konsequenter Gegner und Verächter des Krieges aufzutreten?«

Münsters schrifstellerisches Werk umfaßt über 70 Bücher, die hauptsächlich in Basel, aber auch in Oppenheim und Worms, wo heute eine Straße seinen Namen trägt, verlegt wurden. Gutenbergs Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern um 1450 in Mainz hatte sich bis 1500 in Europa durchgesetzt. An 260 Orten waren etwa 40000 verschiedene Bücher in mehr als 10 Millionen Exemplaren gedruckt worden. Auch Münsters Bücher wurden durch die neue Buchdruckerkunst, »mit gegossenen Typen zu drucken« (Brief 1526), in größeren und schneller aufeinanderfolgenden Auflagen verbreitet. Über die Erfindung der neuen Druckerkunst schrieb er in seiner Kosmographie: »Von dem jahr Christi 1440, biß zum jahr 1450 ward zu Mentz die edel Kunst der Truckerey erfunden. Von Mentz kam sie gen Cöln/darnach gen Straßburg/Basel, und darnach gen Venedig. Der erst Anfänger und Erfinder wird genant Johannes Gutenberg zum Jungen« (Cosmographia 1628).

 

Aus: Friedt, Friedensliebe ...

Seine Schriften

a) Hebraistik (45 Bücher)

 

z.B.

Institutiones grammaticae in Hebraeam linguam, Basel 1524,

in griechischer, lateinischer, hebräischer und chaldäischer (=aramäischer) Sprache

 

1520 EPITOME HEBRAICAE GRAMMATICAE (handschriftlich)

1523 DICTIONARIUM HEBRAICUM (2. Aufl. 1525)

1524 INSTITUTIONES GRAMMATICAE IN HEBRAEAM LINGUAM

 

Titelseite zur hebräischen Grammatik des Moses Kimhi 

mit dem Kommentar von Elia Levita, 

die Sebastian Münster ins Lateinische übersetzt hat

 

1527 CHALDAICA GRAMMATICA 

 DICTIONARIUM CHALDAICUM  

 KALENDARIUM HEBRAICUM

1534 HEBRAICA BIBLIA

1542 OPUS GRAMMATICUM CONSUMMATUM

b) Kosmographische, astronomische und geographische Bücher (21)

1530 GERMANIAE  [...] DESCRIPTIO

Der Rheinverlauf (Mittelrhein) 

nach einer Karte von 1544

 

1532 TYPI COSMOGRAPHICI

1536 MAPPA EUROPAE

1538 RAETIA (von Ägidius Tschudi) 

       SOLIN UND MELA (Pomponius Mela und C. Julius Solinus)

1540 PTOLEMÄUS

1544 KOSMOGRAPHIE

 

1527 KALENDARIUM HEBRAICUM

1528 ERKLERUNG DES NEWEN INSTRUMENTS DER SONNEN

1529 ERKLERUNG DES NEWEN INSTRUMENTS ÜBER DEN MON<D>

1531 COMPOSITIO HOROLOGIORUM

1533 DEUTSCHER WANDKALENDER 

 HOROLOGIOGRAPHIA

1536 ORGANUM URANICUM

1537 FÜRMALUNG <Beschreibung von Sonnenuhren>

1549 DEUTSCHER WANDKALENDER

 

Werkeverzeichnis aus: Mendelssohn, "Der Wein..." 

 

Abbildungen und Erläuterungen z.T. aus: Bobzin, Ich bereite ...

= http://www.semitistik.uni-hd.de/muenster

 

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