Sebastian Münster

Namenspatron des Ingelheimer Gymnasiums


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Raumnot des (Sebastian-Münster-) Gymnasiums

In seinen Erinnerungen beschreibt Georg Rückert die Neueröffnung der Schulen 1945 (in: 50 Jahre Stadt Ingelheim am Rhein, 1991, S. 80/81). In diesem Zusammenhang schreibt er: "Die meisten Schwierigkeiten gab es beim Gymnasium, da die Klassensäle in der ehemaligen Oberschule in der Bahnhofstraße nicht ausreichten. Es mußten daher Säle angemietet werden. Ich war tagelang unterwegs auf der Suche nach geeigneten Sälen, die ich im evangelischen Gemeindehaus der Burgkirche, im Saal des Gasthauses Wenzel, im Sälchen von Landwirt Fauth in der Hammergasse, im Sälchen von Sattlermeister Stelz in der Bahnhofstraße und im Parterreraum und ersten Stock des Ober-Ingelheimer Rathauses fand. Es war keine ideale Lösung, aber die Mittel für einen An- oder gar Neubau standen in dieser Zeit noch nicht zur Verfügung." Der Ingelheimer Bürgermeister kannte die schwierige Situation im Gymnasium auch bestens durch seine zwei Söhne Kurt und Dieter, die diese Oberschule besuchten und dort 1951 bzw. 1952 die Abiturprüfung ablegten.

 

Im Jahre 1949 berichtete die ALLGEMEINE ZEITUNG:

 

1965 schilderte Paul Grobe die Raumnot anschaulich in der Festschrift des Gymnasiums:

„Zum Problem Nr. 1 wurde aber die Raumnot. So standen der Schule anfangs der 50er Jahre folgende Räume zur Verfügung:

im alten Haus in der Bahnhofstraße 5 Klassenzimmer, 1 Saal für Biologie, Chemie, Musik und Zeichnen zusammen, ein kleines Direktionszimmer, ein kleines Lehrerzimmer und ein Physiksaal im Keller (ohne Fenster!);

in der ehemaligen Gastwirtschaft Wenzel am Markt drei Räume über den Ställen, die in einen früheren Tanzsaal hineingebaut waren und von wo aus man - zumindestens akustisch - am Metzgereibetrieb Anteil nehmen konnte;

im ehemaligen Ober-Ingelheimer Rathaus am Markt 2 Räume;

in unmittelbarer Nähe des Schulhauses das Fauthsche Sälchen und ein Raum in der Gastwirtschaft Theuerkauf, der nur durch eine Glastür vom Schankraum getrennt war und gegebenenfalls dem Gastbetrieb zur Verfügung stand;

für den Unterricht in Leibesübungen die Turnhalle des Turnvereins Ober-Ingelheim.“

Aus: Zur Geschichte des Sebastian-Münster-Gymnasiums, von Oberstudienrat Paul Grobe

in: Festschrift zum 75jährigen Jubiläum Seite 21

 

Diese katastrophale Situation besserte sich auch die nächsten Jahre noch nicht, so dass der Stadtrat am Freitag, dem 5. Februar 1954, auf Einladung von Schulleitung und Elternbeirat die Schule mit ihren 420 Schülern besuchte. Die INGELHEIMER ZEITUNG berichtete darüber in ihrer Samstagsausgabe (6./7.2.54):

 

Unterricht unter unzulänglichen Raumverhältnissen

Ingelheimer Stadtrat besichtigte das Sebastian-Münster-Gymnasium — Anstaltsneubau von der Stadt nicht zu verkraften — Akuter Saalmangel soll durch Pavillonbau behoben werden

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