Sebastian Münster

Namenspatron des Ingelheimer Gymnasiums


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Portraits (in Auswahl)

 

Das Gemälde von Christoph Amberger, das als Vorlage für den Stich auf dem 100-DM- Schein diente, hat weitgehend das Bild von Sebastian Münster in der Überlieferung geprägt. Es zeigt ihn im Ornat eines Rektors der Universität Basel. Sein Blick ist offen und in die Ferne gerichtet. Er hat eine markante Nase und schmale Lippen. Charakteristisch sind auch die weißen Haare, die faltige Stirn, die Blässe einer empfindsamen Haut und der spärliche Wangenbart. Es ist ein repräsentatives Bildnis, ein Brustbild, das im Halbprofil einen würdevollen und standesbewussten Gelehrten des 16. Jahrhunderts zeigt. Es zeigt aber auch einen fragenden und mit Sorgen belasteten Menschen. Amberger hat das Bild 1552 in Öl auf Lindenholz mit den Maßen 54 x 42 cm gemalt. Es befindet sich heute im Besitz des Museums Berlin-Dahlem der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Der Stich auf der Banknote ist ein Ausschnitt vom Gemälde und spiegelbildlich dazu.

 

Die anderen überlieferten Porträts sind hauptsächlich Holzdrucke und Kupferstiche. Sie zeigen Münster zumeist im Halbprofil, in der Regel im Professorenornat und gelegentlich mit Symbolen seiner Gelehrsamkeit. Sie stehen ikonographisch zwischen der typisierenden Form mittelalterlicher Darstellungen und dem individuellen Porträt der Renaissance. Hervorzuheben sind die Holzschnitte von Hans Rudolf Manuel Deutsch (1525 bis 1571) zu den verschiedenen Ausgaben der „Cosmographie“ und die Holzschnitte von Tobias Stimmer (1539 bis 1584). Daneben gibt es Kupferstiche von Theodor de Bry (1528 bis 1598), Henricus Hondius d. Ä. (1573 bis 1666), Mathaeus Merian (1593 bis 1650), Johann Jakob Sultzer (1636 bis 1665) und von unbekannten Künstlern. Die Bildnisse sind sich, bis auf die große Nase, nicht ähnlich.

Holzschnitt ca. 1548/49

authentisch, da der Künstler Mitarbeiter Münsters bei der Herausgabe der Cosmographie war

Auf einer Mezzotintoradierung von Johann Jacob Haid (1704 bis 1767) wird Sebastian Münster im Alter von ungefähr 40 bis 50 Jahren dargestellt. Seine Gestalt wirkt untersetzt und korpulent. Er trägt eine einfache Tracht der Reformationszeit und ein flaches Barett mit einer breit geschwungenen Krempe. Die Falten auf der Stirn und die abfallenden Gesichtswinkel kennzeichnen ihn als einen nachdenklichen und ernsten Mann. Das Gesicht wirkt etwas müde. Es ist sogar ein Zug von Resignation und Abgeschlagenheit zu spüren. Der Blick ist wiederum in die Ferne gerichtet; aber in seiner Unbestimmtheit auch nach innen gewendet.
Aus: Friedt, Friedensliebe ...

 

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