Sebastian Münster

Namenspatron des Ingelheimer Gymnasiums


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Ein einheitliches Logo für das SMG

Die Bedeutung Sebastian Münsters für unser Gymnasium

1999  fanden sich zwei Lehrer zusammen, die über ein einheitliches Schullogo nachdachten: Herr Werner, der sich als Fachlehrer für Bildende Kunst schon längere Zeit mit dieser Frage beschäftigt und Vorentwürfe angefertigt hatte, und Herr Geißler, der neu an die Schule gekommen war und als Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit mit der Vielfalt verschiedener Köpfe konfrontiert war. Beide gingen davon aus, dass man sich auch im Interesse einer "Corporate Identity" zu einem einheitlichen Logo durchringen sollte. 

Sie fragten sich: 
1. Welche Bedeutung hat der in Ingelheim geborene Sebastian Münster aus dem 16. Jahrhundert noch für ein Gymnasium im angehenden 21. Jahrhundert?
2. Was musste sich daher inhaltlich im angestrebten Logo wiederspiegeln?

Die beiden waren sich schnell einig, dass sich erstaunlich viele Parallelen zwischen seiner Zeit und der unsrigen heute ziehen lassen.
Beide Epochen - das 15. und 16. Jahrhundert ebenso wie das 20. und 21. Jahrhundert - sind geprägt von einer enormen Ausweitung der Welterfahrung. In der Renaissance nicht nur eine fruchtbare Rückbesinnung auf die klassische Antike, sondern die ersten Entdeckungs- und Eroberungsfahrten der "Europäer", die die Erkenntnis, dass die Erde eine Kugel ist, in die Tat umsetzten und so "Amerika", eine völlig neue Welt, entdeckten und eroberten; für sie wurde "Europa" zu einer gemeinsamen Identität gegenüber anderen Kontinenten. 
Heutzutage die europäische Einigung zu einer Europäischen Union sowie die stürmische Globalisierung, die auch entfernte Erdteile den Schülern von heute durch weite Flüge und vor allem durch die modernen Informationsmedien wie das Internet so nahe wie nie zuvor bringen. Münsters Zeit wurde entscheidend geprägt durch die Erfindung der Buchdruckerkunst Gutenbergs im benachbarten Mainz, unsere Zeit heute kennzeichnet die elektronische Datenverarbeitung und ein weltumspannendes satellitengestütztes Informationsnetz.

Chiara Bettin:

"Der Denker von damals und das Medium von heute"

Paraphrase zum 100-DM-Schein

(Sebastian Münster vor einem Monitor)

 

Kein Wunder, dass sich der begabte und vielseitig gebildete Sebastian Münster einerseits für diese neue aufregende Welt und das Weltall um sie herum interessierte - seine landeskundlichen Schriften, vor allem die berühmte und für seine Zeit konkurrenzlose Kosmographie, bezeugen es ebenso wie seine astronomisch-kalendarischen Werke. Seine größte Anerkennung zu Lebzeiten erntete er aber durch seine sprachlichen Forschungen und Veröffentlichungen im Bereich der semitischen Sprachen, durch seine hebräischen Grammatiken und Synopsen jüdischer und aramäischer Wörter zusammen mit Latein und Griechisch. Kurz vor seinem Tode 1552 konnte er die Übersetzung der Kosmographie ins Französische vollenden. Sebastian Münster besaß also nicht nur ein enzyklopädisches Wissen über die weltlichen und geistlichen Themen seiner Zeit, sondern er war auch ein vielsprachiges Genie. Durch einen umfangreichen (nur lateinischen!) Briefwechsel mit vielen Gelehrten und Herrschern seiner Zeit gelang es ihm, immer neues Material und Sponsorengelder für die vielen Auflagen seiner Kosmographie (21 deutsche, 5 lateinische, 6 französische, 2-3 italienische und  1 tschechische) zusammen zu bekommen - eine unternehmerische Glanzleistung!


Zu den Webseiten des Historischen Vereins Ingelheim über Sebastian Münster

Sebastian Münster als Namenspatron eines Gymnasiums 

gibt Lehrern und Schülern den Auftrag

  • sich ein umfassendes Bild der gegenwärtigen Welt anzueignen

  • ihre historischen Wurzeln und geistigen Bindungen zu kennen

  • neugierig und offen für neue Erkenntnisse zu sein

  • viele Sprachen (alte und neue) zu beherrschen

  • Mathematik und Naturwissenschaften zu beherrschen

  • zu forschen, vielfältig zu kommunizieren

  • und sogar unternehmerisch erfolgreich zu sein

 

Zwei Jahre später wurde das Projekt eines neuen Logos erneut aufgegriffen, als sich auf Anregung des neuen Schulleiters Arno Lergenmüller hin drei Personen zusammenfanden, die schnell zu einer Einigung gelangten: Herr OStR Günter Werner, der Lithograf Holger Wilhelm aus dem Schulelternbeirat und eine ehemalige Schülerin, jetzt Graphikerin. Sie setzten den Kopf Münsters, der schon in der Schulzeitung "Einblick" verwendet wurde, auf einen durch Längen- und Breitenlinien angedeuteten Globus und verwendeten als Farbe ein Bordeaux-Rot, auch passend zur "Rotweinstadt" Ingelheim. Hier das Ergebnis:

Dieses neue Logo wurde durch die Gesamtkonferenz am 03.12.01 akzeptiert.

(H. G.)

 

Einen authentischen Einblick in die Arbeit dieses Dreierteams gibt ein anschaulicher Bericht von Holger Wilhelm im „Jahrbuch 2003/2004“ auf den Seiten 172 bis 175, aus dem hier ein Teil wiedergegeben wird.

Überarbeitet:  07.01.07/ H. G.

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