Sebastian Münster

Namenspatron des Ingelheimer Gymnasiums


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Die Aneignung des großen Namens (Teil II)

(die 70er und 80er Jahre)

 

 

Im September 1966 löste Dr. Ernst Wiegand Junker als neuer Schulleiter Dr. Achenbach ab. Er nutzte die Öffentlichkeit seiner ersten Abiturientenentlassungsrede im Juni 1967, um Sebastian Münster den ehemaligen Schülern als Vorbild vor Augen zu führen:

"Vorbild: Sebastian Münster

Mahnworte an die scheidenden Schüler

Unser Gymnasium, so führte Dr. Junker in seinem richtungweisenden Vortrag weiter aus, heißt nach einem wesentlichen Vertreter des deutschen Humanismus, der in dieser Stadt geboren wurde, Sebastian Münster. Als Namenspatron unserer Schule ist er gewiß ein würdiges menschliches Vorbild beharrlichen Forscherfleißes und unermüdlicher Tätigkeit. Sein von Christoph Amberger überliefertes Bildnis mit dem selbstsicheren, ruhig-klaren Blick und den durchgeistigten feinen Zügen ist mit Recht auf einem unserer Geldscheine seinem Volke vor Augen gerückt worden.

Möchten auch Sie, die Sie uns heute verlassen, danach trachten, dem Namen Ingelheims in der Welt Ehre zu machen..." 

(ALLGEMEINE ZEITUNG, 26.06.67)

 

Dr. Junker (mit den Fächern Deutsch und Französisch) nahm sich offensichtlich als erster Schulleiter des SMG der Rezeption des Namenspatrons intensiver an und schrieb für die Boehringer-Zeitung 5/1971 einen längeren Aufsatz über den Lebensweg Sebastian Münsters ("Keiner kann alles" - Lebensbild des Humanisten Sebastian Münster). Dieser Aufsatz fand als Sonderdruck der Stadt Ingelheim (o. J.) eine größere Verbreitung, so dass man davon ausgehen kann, dass sich auch innerhalb der Schule das Wissen über den Namenspatron verbreitet hat. Die Titelseite dieses Sonderdruckes zierte eine Schwarz-Weiß-Kopie des Gemäldes von Amberger - dieselbe, die dann auf dem Bericht über die Schuljahre 1966 - 1972 im SMG benutzt wurde. Sie wurde in den folgenden Jahren in der Regel als Vorlage benutzt.

 

Bericht über die Schuljahre 1966 - 1972, hrg. von der

VEREINIGUNG VON FREUNDEN UND EHEMALIGEN SCHÜLERN DES SEBASTIAN-MÜNSTER-GYMNASIUMS INGELHEIM

 

In den 70er Jahren beschäftigte sich auch die Fachschaft Bildende Kunst mehr und mehr mit Sebastian Münster. 

Erst recht im Jubiläumsjahr 1988 hielt Sebastian Münster mit Macht Einzug in "seiner" Schule: Im Zusammenhang mit den Feiern zu seinem 500. Geburtsjahr wurden von der Stadt Ingelheim Vorträge und Ausstellungen veranstaltet und auch ein Schülerwettbewerb zu Sebastian Münster wurde ausgeschrieben. Für die Vorderseite des Ausschreibungsblattes wurden Schülerarbeiten aus dem SMG verwendet.

Am 20. Januar 1988 wurde ein großes Schulfest veranstaltet.

Sogar ein Staffellauf der Ingelheimer Schulen 

"in Würdigung des 500. Geburtstags Sebastian Münsters" 

wurde durchgeführt; hier die Siegerurkunde.

Die Schule bekam zwei Faksimile-Exemplare der Kosmographie von 1628 geschenkt, eins von der Stadt Ingelheim; hier das eingeklebte Widmungsblatt:

 

 

Mit Unterstützung der Mainzer Volksbank bot die Schule zum Jubiläum ihres Namenspatrons auch eine Gedenkmünze für 40,- DM an:

 

 

Für alle gab es außerdem einen Plastik-Ansteck-Button:

 

 

 

In der Eingangshalle wurde von einer "Arbeitsgemeinschaft Hausgestaltung" unter Leitung des Kunst-Erziehers Guido Ludes (1984 - 1994 am SMG, jetzt Professor an der Wiesbadener Fachhochschule) 1988 eine Sammlung von Darstellungen aus der Kosmographie zusammen mit einem Portrait Sebastian Münsters (nach dem Holzschnitt von Tobias Stimmer) an eine große Wand gemalt. Der Eintretende sollte sofort mit verschiedenen Aspekten aus Sebastian Münsters Kosmographie konfrontiert werden:

 

 

Außerdem fertigten seine Schüler Holzschnitte an nach Motiven aus der Kosmographie, die als

 

"Grafikmappe zum 100jährigen Bestehen

des Sebastian-Münster-Gymnasiums Ingelheim 1890 bis 1990" 

 

in limitierter Auflage an Gäste bei den Feiern 1990 verteilt wurde.

 

Die vielfältigen Portraits Sebastian Münsters, die im Laufe der Forschungen über Sebastian Münster veröffentlicht wurden, fanden ihren Niederschlag in vielen schulischen Bearbeitungen, von denen hier aber nur ein kleiner Teil gezeigt werden kann. (H. G.)

 

Köpfe

Schülerarbeiten

 

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