Sebastian Münster

Namenspatron des Ingelheimer Gymnasiums


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Wer war Sebastian Münster?

Sein Leben

 

 

Zu Beginn des Jahres 1962 gab die Deutsche Bundesbank eine 100-DM-Banknote heraus, auf deren Vorderseite das Porträt eines Mannes in spätmittelalterlicher Tracht abgebildet ist. Der Stich zeigt einen etwa 60jährigen Mann mit einem Barett und einer pelzverbrämten Schaube. Das Bild, das auf über 538 Millionen blaugrauen Geldscheinen bis 1. Juli 1995 gesetzliches Zahlungsmittel war, stellt, nach einem Gemälde des Augsburger Malers Christoph Amberger (um 1500 bis 1568), Sebastian Münster aus Ingelheim am Rhein dar.

 

Wer war Seb. Munsterus Ingelheimensis?

 

Sebastian Münster wurde am 20. Januar 1488 als Sohn eines Spitalleiters in Nieder-Ingelheim geboren.  Seine Vorfahren stammten vermutlich aus einer begüterten Bauernfamilie in Ober-Ingelheim.  »Diser Flecken (da ich Munsterus erzogen und erboren bin) ligt zwischen Mentz und Bingen auff dem halben weg/ von dem in den Historien viel gefunden wirdt« (Cosmographia 1628).

In Ingelheim auch begann Münsters schulische Bildung und Erziehung. Er sollte wohl Geistlicher werden. Er war während seiner Kindheit nachweislich in Mainz, wo der fleißige und strebsame Junge die Zeugnisse der römischen Geschichte kennen lernte. Aber Münster verließ früh seine Vaterstadt und begann 1503 in Heidelberg, der Universitätsstadt des Kurfürstentums der Pfalz, zu dem der Ingelheimer Grund damals gehörte, das Studium der Grammatik, Rhetorik und Dialektik (Trivium), woran sich das Studium der Musik, Astronomie, Arithmetik und Geometrie (Quadrivium) anschloss. 1505 trat er in den Franziskanerorden ein, der ihm den Zugang zu einer höheren Bildung ermöglichte. Münster verbrachte seine Studienjahre, gemäß den Weisungen seines Ordens, in klösterlichen Gemeinschaften in Heidelberg, Löwen, Freiburg, Rufach (Elsass), Pforzheim, Tübingen und Basel. Bereits während der Studienzeit wurde er mit Lehraufgaben betraut.

Im Jahr 1509 begann er beim Franziskaner Konrad Pellikan das Studium der Hebraistik. Sie stand noch weitgehend, wie die Philosophie, im Dienst der Theologie. Sie war eine »Magd der Theologie«, ancilla theologiae. 1524 wurde er Professor für Hebraistik an der Universität Heidelberg

Sebastian-Münster-Brunnen in Heidelberg auf dem Karlsplatz

von Michael Schoenholtz, 1978

Foto: Dr. Friedt

1529 wurde er auf den Lehrstuhl für Hebraistik nach Basel berufen, das sich der Reformation angeschlossen hatte. Jetzt konnte Münster seinen Orden verlassen und trat zur Reformation über. 1547/48 wurde er in Anerkennung seiner wissenschaftlichen und theologischen Arbeiten Rektor der Universität Basel. Dort starb er am 26. Mai 1552 an der Pest.

 

Aus: Friedt, Friedensliebe ... (aktualisiert 2005/Gs)

 

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