Sebastian Münster

Namenspatron des Ingelheimer Gymnasiums


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Die Allegorie Europas aus der Ausgabe von 1628 als Doppelseite

Kommentar

 

Aus dieser Allegorie des "neuen" Europa, die erst in späteren Ausgaben nach dem Tode Sebastian Münsters verwendet wurde (ab 1588; Gs, 20.11.08), spricht das gestärkte Selbstbewusstsein der Europäer nach dem Beginn der Europäisierung der Erde durch die Entdeckungs- und Eroberungsfahrten seit der Renaissance.

"Europäer" haben nun - anders als in der Antike - ein Wir-Gefühl, sehen ihren Erdteil als einen eigenen Kontinent, der als Königin dargestellt wird (weiblich wegen der sagenhaften phönizischen Prinzessin, die das weibliche Geschlecht des griechischen bzw. lateinischen Wortes Europa bestimmte).

Diese Königin der Kontinente hält den Weltapfel und das Szepter in den Händen, sie trägt eine Krone.

Den Kopf bildet Spanien, den linken Arm  Italien, den rechten Dänemark.

Damit alles zusammen einigermaßen einer menschlichen Figur entspricht, sind die geographischen Verhältnisse ziemlich zurecht gedrückt, aber doch noch zu erkennen. Das untere ( = östliche) Ende von Europa bildet das heutige "europäische" Russland.

Asien und Afrika sind an den Rändern noch zu erkennen, Amerika - obschon nunmehr bekannt - natürlich hierbei nicht. Auch aus der verbalen Beschreibung des "neuen Europas" an anderer Stelle ("New Europa"), so vereinfachend und banal sie auch sein mag, spricht das neu gewonnene Überlegenheitsgefühl über die Menschen anderer Kontinente, eine Überlegenheit, die der Autor aber nicht etwa auf die europäische Waffentechnik, verbunden mit individualistischer Unternehmergesinnung, sondern auf angeblich größere Tapferkeit und Kampfkraft zurückführt ("dapffers und Mannhafftiges Volck"). (H. G.)

Übertragung des Textes rechts 

Das "neue" Europa

 

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