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Nachruf
für Herrn Dr. Büchner
Aus:
INFORMATIONEN Nr. 18, Juni 1986
Am
27.8.1985, fast genau ein Monat nach seinem 98. Geburtstag, verstarb
Studienrat i.R. Dr. Anton Büchner, der älteste Einwohner Ingelheims
und ehemalige Leiter des Sebastian-Münster-Gymnasiums, der
seinerzeitigen Städtischen Oberschule für Jungen.
Dr.
Büchner wurde am 28. Juli 1887 in Pfungstadt bei Darmstadt als Sohn
einer großbürgerlichen Familie geboren, aus der auch der bekannte, früh
verstorbene Dramatiker Georg Büchner und der Philosoph Dr. Ludwig Büchner
stammen. Anton Büchner besuchte zunächst die Höhere Schule in
Pfungstadt und dann das Gymnasium in Darmstadt. Nach seiner Reifeprüfung
studierte er in Zürich, München und Gießen Deutsch, Englisch und
Latein und promovierte in Gießen zum Dr. phil. Nach Lehrtätigkeit in
Gießen und Dieburg war er viele Jahre an der Victoriaschule und dem
Realgymnasium als geschätzter Lehrer tätig. Literarisch sehr
interessiert, arbeitete er selbst wissenschaftlich-literarisch. Sein
besonderes Interesse galt dem Werk seines Großonkels Georg Büchner und
seiner Großtante Luise Büchner und führte ihn auch in entsprechende
Kreise in Darmstadt; so war er mit dem Schriftsteller Edschmid gut
befreundet. In seinen Ferien war er häufig auf Reisen, die ihn u.a.
nach Ägypten und Südafrika führten, oder er betätigte sich lange
Jahre als Mitglied des Deutschen Alpenvereins als begeisterter
Bergsteiger.
Im
Herbst 1943 wurde Dr. Büchner „zur Deckung des dringendsten
Unterrichtsbedarfes“ gegen seinen Willen an die damals noch kleine Städtische
Oberschule für Jungen, Ingelheim, versetzt. Im Frühjahr 1946 übertrug
man ihm die Leitung dieser Schule. In seiner Amtszeit vollzog sich unter
schwierigsten äußeren Verhältnissen der Ausbau der Schule zur
Vollanstalt (1. Abitur Sommer 1947 - Dr. Büchner Klassenleiter der OI).
Im Jahre 1951 wurde ihm die Beförderung zum Oberstudiendirektor
schriftlich zugesagt, die aber aus unerklärlichen Gründen nicht
ausgesprochen wurde. Er legte daraufhin die Leitung der Schule nieder.
Am
31.7.1952 trat er mit Erreichung der Altersgrenze in den wohlverdienten
Ruhestand, hielt aber einige Zelt später noch aushilfsweise Unterricht
in Latein.
Mit
der Schulgemeinschaft des heutigen Sebastian-Münster-Gymnasiums, für
dessen Namensgebung er sich nachhaltig eingesetzt hat, trauern
insbesondere seine alten Kollegen, die noch mit ihm Dienst machten,
sowie seine ehemaligen Schüler um einen verdienten und stets menschlich
handelnden Kollegen und „Chef“.
Grobe
Mahr
Dr. Zimmermann
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