Schulgeschichte

Die Geschichte unserer Schule in Kürze

1890 gegründet als Höhere Bürgerschule Ober-Ingelheim, eine öffentliche Lehranstalt unter staatlicher Aufsicht, orientiert an den Lehrplänen der Realschulen im Großherzogtum Hessen-Darmstadt, mit 47 Schülern und fünf Lehrkräften unter einem Schulleiter ("Dirigent"), ab 1896 auch mit den Mädchen der Höheren Töchterschule

Seit 1891 unzureichend in einem eigenen kleinen Gebäude in Ober-Ingelheim, Bahnhofstraße 119, untergebracht, das während des Ersten Weltkrieges zeitweilig als Militärlazarett benutzt wurde

1924 aufgewertet zur vollen Realschule (bis Klasse 10)

In der Nazizeit Aussperrung bzw. Entlassung zweier Lehrer:
1. des überzeugten Demokraten, Pazifisten und Lehrers Karl Balser am 11. März 1933, Verhaftung und zwei Wochen Haft im KZ Osthofen, Entlassung aus dem Schuldienst; gestorben 1976 in Heidelberg;
2. des langjährigen jüdischen Religionslehrers Ludwig (Louis) Langstädter am 11. März/11. Mai 1933; ab 1938 in Mainz lebend, wurde er mit seiner Frau Elisabetha (Betty) am 30. September 1942 in ein Vernichtungslager im Osten deportiert.

Vertreibung vieler ehemaliger jüdischer Schüler ins Ausland; acht von ihnen werden deportiert, kommen um oder wählen den Freitod. 

1938 umbenannt in "Oberschule für Jungen (1-5)", obwohl sie weiterhin auch von Mädchen besucht wird

1945 am 1. Oktober durch die französische Militärregierung wieder eröffnet mit 6 Klassen und 184 Schülern (noch jahrelang unter großer Raumnot), aber zur Vollanstalt ausgebaut, das heißt, zu einem Gymnasium mit Oberstufe für das Zentralabitur nach französischem Vorbild 

1947 erste Abiturprüfungen in Ingelheim: von 19 Prüflingen bestanden 15 (8 Jungen und 7 Mädchen) die zentralen Prüfungen (das beste Ergebnis von Rheinhessen!); zu den Jahrgangslisten aller Abiturienten

1949/1950 Existenzkrise: Der Bestand des städtischen Gymnasiums war wegen Geld- und Raummangels akut gefährdet 

1951 Benennung in Sebastian-Münster-Gymnasium (durch einstimmigen Beschluss des Stadtrates) 

1952 mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt, von 1967 bis 1973 sowohl mit neusprachlichem als auch mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt

1956 bis 1960 Umzug in ein neues größeres Gebäude, das eigentlich für eine Volksschule gebaut war, am heutigen Standort (In der Dörrwiese); erste Anbauten

1960 Übernahme der bisher kommunalen Schule durch das Land Rheinland-Pfalz 

1972 Fertigstellung der benachbarten Realschule (Kaiserpfalz-Realschule), die mit dem Gymnasium seitdem in einem Schulzentrum verbunden ist 

1973 Einführung des Kurssystems der Reformierten Oberstufe ("Mainzer Studienstufe", MSS)

1975 und 1984 weitere Anbauten 

1978 Gipfel des Nachkriegs-"Schülerberges" mit 1409 Schülern

1992 Errichtung einer Gedenkstele zur Erinnerung an die Zerstörung der Oberingelheimer Synagoge 1938; Entwurf: Schüler des SMG mit Prof. Ludes

1997 Beginn des englisch-bilingualen Zuges in Klasse 5 

2000 Bau der zweiten Turnhalle für beide Schulen 

2001 bis 2003 Bau einer Aula (bzw. eines Aufenthaltsraumes) zwischen den Schulen

Die Schülerzahl wächst und wächst, weitere Räume der Realschule müssen dem Gymnasium überlassen werden. Im Schuljahr 2007/08 gibt es 8 fünfte Klassen, 8 sechste Klassen, 7 siebte Klassen, 7 achte Klassen, 6 neunte Klassen und 5 zehnte Klassen.

2007 Die Schulgremien beschließen den Antrag, ab dem Schuljahr 2008/09 einen Zweig mit Ganztagsunterricht aufzubauen. Der Antrag wird genehmigt, die Kreisverwaltung beginnt 2008 mit dem Bau einer Mensa auf dem Schulhof der Realschule.

2008 Fertigstellung der Mensa; 1550 Schüler besuchen das SMG, mehr als beim Schülerberg der 70er Jahre (s.o.)
 

(Zusammenstellung: Hartmut Geißler 2005; ergänzt 05.03.09)